Wie erhalte ich die Muskeln meines Pferdes?

Alte Pferde fit zu halten ist schon ein Kunststück für sich. Muskelaufbau und Muskelerhalt steht da an erster Stelle. Denn letztlich arbeitet der Besitzer gegen die Zellalterung an. Ein angepasstes Training und eine spezielle Fütterung können hier jedoch Jahre schenken. Plus: Was bei Rekonvaleszenz und Pferden auf Diät hilft, damit die Muskeln bleiben!

  • Verlangsamter Stoffwechsel
  • Aminosäuren für den Muskelaufbau
  • Wie viel Protein braucht der Muskelerhalt?
  • Ergänzung für Robustpferde und schwerfuttrige Pferde
  • Diät halten, ohne Muskeln zu schwächen
  • Fazit
Pferd Handfütterung

Verlangsamter Stoffwechsel

Grundsätzlich funktioniert der Stoffwechsel eines prinzipiell gesunden Pferdes im Alter weniger effektiv. Um das Körpergewicht zu halten benötigen Pferdesenioren beispielsweise mehr Energie. Die Fähigkeit, Eiweiße, also Proteine, zu verwerten und in ihre kleinsten Bestandteile, die Aminosäuren, aufzuspalten nimmt ab. Die Muskeln, die ohne Aminosäuren nicht funktionieren können, werden nicht mehr ausreichend versorgt, die Pferde fallen ein.

Pferde, die aufgrund einer akuten Verletzung oder zur Gewichtsabnahme eine reduzierte Futterration bekommen, erhalten nicht mehr so viele Proteine wie bisher. Diese sind aber zum Erhalt der Muskulatur auch bei energiearmen Futterrationen unbedingt nötig. Daher hilft es sowohl alten Pferden als auch Pferden während der Trainingspause und Diät, gezielt essenzielle Aminosäuren zuzufüttern. Essenzielle Aminosäuren sind diejenigen, die das Pferd nicht selbst herstellen kann, also über das Futter zu sich nehmen muss.

Aminosäuren für den Muskelaufbau

Wichtig bei alten oder rekonvaleszenten Pferden sind vor allem die essenziellen Aminosäuren Threonin und Lysin. Sie helfen, die Muskulatur des Pferdes zu erhalten und auch – soweit mit dem entsprechenden Training möglich – wieder aufzubauen. Damit diese essenziellen Aminosäuren auch wirklich dort ankommen, wo sie gebraucht werden, empfiehlt es sich, auf die als pcv Rohprotein (präcaecal verdaulich = dünndarmverdaulich) gekennzeichneten Werte in der Futterdeklaration zu achten. Denn nur im Dünndarm können Aminosäuren aufgenommen und vom Pferd genutzt werden. marstall Senior Plus ist genau auf die Bedürfnisse alter Pferde abgestimmt und enthält reichlich natürliche, leicht verdauliche Aminosäurequellen. Alle im Dünndarm nicht aufgenommenen Proteine müssen nämlich im Dickdarm verstoffwechselt werden, was Leber und Niere belastet.

Neben natürlichen Aminosäurequellen wie Bierhefe oder Soja, gibt es auch Aminosäuren in Reinform, die gefüttert werden können. (Stichwort Soja: Marstall ist Mitglied im Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V., kurz VLOG. Die deutschen Produktionen produzieren nach dessen Standard und sind VLOG-zertifiziert.)

Der Vorteil reiner Aminosäuren ist, dass sie zu beinahe 100 Prozent dem Pferd zur Verfügung stehen und damit den Stoffwechsel nicht belasten. Sie eignen sich als Ergänzung auch bei Seniorpferden, Rekonvaleszenten und Pferden, die Diät halten – sowie für alle Pferdebesitzer, die die Futterration mit einem reinen Aminosäureprodukt ergänzen möchten. Als Aminosäurequelle in Reinform gibt es das marstall Amino-Muskel PLUS, das mit weiteren Futtermitteln wie Heu-Cobs oder Getreide kombiniert werden kann. Weiter sind Aminosäuren in Reinform auch im marstall Amino-Sport Müsli, Zuchtmüsli, Fohlenmüsli, Fohlen-Mix, Western Struktur-Müsli und Condición enthalten.

Wie viel Protein braucht der Muskelerhalt?

Bei alten Pferden wird empfohlen 10 bis 20 Prozent mehr Proteine im Vergleich zum Erhaltungsbedarf zu füttern. Dieser liegt bei einem 600 kg-Warmblutpferd beispielsweise bei 365 Gramm verdauliches Rohprotein. Vor allem wenn Altersanzeichen wie weniger Muskulatur, sich senkender Rücken oder ein hervorstechender Widerrist sichtbar werden, ist eine erhöhte Zufuhr an dünndarmverdaulichem Rohprotein angebracht.

Ergänzung für Robustpferde und schwerfuttrige Pferde

Es gibt aber auch Robustpferde und (alte) Pferde, die zur Fettleibigkeit neigen. Amino-Muskel PLUS kann zu fast jeder Ration hinzugegeben werden, egal wie karg oder üppig diese ansonsten ausfällt. Daher ist es eine gute Wahl für leichtfuttrige, aber auch für Senioren mit eher hohem Futterbedarf und schwerfuttrige Pferde. Denn dieses Aminosäure-Zusatzfutter kann in jedem Fall passgenau gegeben werden.

dickes Pferd

Diät halten, ohne Muskeln zu schwächen

Bei Pferden, die abspecken müssen, wird häufig vergessen, deren Muskulatur weiterhin mit allem zu versorgen, was sie benötigt. Auch hier empfiehlt sich ein Zusatz wie Amino-Muskel PLUS. Denn jede Rationskürzung bedeutet automatisch eine Kürzung von Proteinen (die aus Aminosäuren aufgebaut sind). Die Muskeln brauchen aber diese Stoffe, um sich auszubilden und sogar, um im Erhaltungszustand zu bleiben.

Daher ist bei jeder Rationskürzung, zum Beispiel aufgrund von Krankheit, daran zu denken, dass weiterhin genügend Aminosäuren im Futter enthalten sind. Wer gern Heu aus sehr spät geschnittenem Gras füttert, da dieses weniger reichhaltig ist, als Heu, das vor oder in der Blüte geschnitten wird, sollte auch an zusätzliche Aminosäurequellen denken. Denn die Menge an verwertbarem Protein bei spät geschnittenem Heu ist relativ gering.

Wird also wohlgenährten Pferden grobes, spät geschnittenes Heu gefüttert, so tut das sicher deren Figur gut. Zugefüttert werden sollte dann aber ein Aminosäuren-Präparat, damit die Muskeln gut erhalten bleiben. Dasselbe gilt für Pferde, die fruktan- und zuckerarm gefüttert werden sollten wie beispielsweise Cushing-Patienten. Auch sie profitieren von einer Extraportion Aminosäuren für die Muskulatur. Wir haben einige Beispiele für getreidefreie Futterrationen zusammengestellt.

Fazit

Egal ob Ihr Pferd bei einer Stehpause, Reduktionsdiät oder im Alter Muskeln erhalten oder auftrainieren soll, achten Sie unbedingt auf die Menge an dünndarmverdaulichem (pcv) Rohprotein in der täglichen Futterration.

Literatur

  • „Pferdefütterung“, Helmut Meyer, Manfred Coenen, Enke Verlag
  • „Nutrient Requirements of Horses“, National Research Council oft the National Academies, 2007
  • Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Pferden, GfE, 2014
  • „Pferdefütterungsmanagement “, Dirk Winter, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen, 2017
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