Pferde mit PSSM 1 optimal füttern

 

Auch wenn der Gendefekt nicht reparabel ist, so können gute Haltung und richtige Fütterung den Verlauf und die Symptome oft sehr positiv beeinflussen.

 

  • Was ist PSSM1?
  • Welche Pferde sind betroffen?
  • Wie äußert sich PSSM1?
  • Welches Futter tut gut?
  • Was ist mit Training?
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Was ist PSSM1?

Bei PSSM 1 handelt es sich um eine erblich bedingte Erkrankung der Skelettmuskulatur, die schon vor 100 Jahren beschrieben, aber erst seit etwa 15 Jahren erforscht ist. PSSM 1 geht mit starkem Muskelschmerz und Verspannung einher, da die Speicherung und vermutlich auch die Nutzung von Glykogen im Muskel gestört ist. Zugrunde liegt die Mutation des Glycogen-Synthase Gens (GYS1). Bei Pferden mit PSSM1 kommt es zur übermäßigen Speicherung von Glykogen und unnormal langen, komplexen Glycogenketten, v.a. in den schnellen Typ II-Muskelfasern, also der „weißen Muskulatur“. Glykogen verbleibt vermutlich im Muskel, der keine oder nur unvollständig Energie aus Glykogen gewinnen kann.

Im Gegensatz zu PSSM 1 liegt bei PSSM 2 kein GYS1-Gendefekt vor. Was hier dahinter stecken kann und was für die Fütterung bei PSSM 2 empfohlen wird, lest Ihr in diesem Artikel:

Welche Pferde sind betroffen?

PSSM 1 war zunächst bei Quarter Horses entdeckt worden, wurde mittlerweile aber bei etwa 35 % aller Pferderassen nachgewiesen, vor allem bei muskulösen, ruhigen Pferdetypen wie z. B. Haflingern, Norikern und anderen Kaltblutrassen. Schon bei jungen Pferden treten Symptome auf. Betroffene Pferde benötigen getreidefreie und zuckerarme Rationen, damit sie leistungsfähig bleiben.

Wie äußert sich PSSM1?

Während leichte Arbeit noch gut verträglich ist, führt stärkere Beanspruchung zu Muskelschäden und Symptomen wie Muskelschmerzen, Muskelkrämpfen, Steifheit, Müdigkeit oder völliger Leistungsverweigerung. Schon der Besuch beim Hufschmied kann ausreichen.

 

Welches Futter tut gut?

Pferde mit PSSM 1 benötigen unbedingt eine kohlenhydratarme, getreidefreie Diät mit viel Heu und so wenig Zucker wie möglich. Gerade auch bei Gras ist Vorsicht geboten. Energie sollte daher lieber über Fett zugeführt werden. Weiter sind eine gute Versorgung mit Vitamin E (1.000 bis 3.000 mg pro Tag) und Selen (1,8 mg pro Tag, doch Vorsicht: nicht überdosieren) als Unterstützung der antioxidativen Kapazität der Muskelzellen zu empfehlen.

Eiweißreiches Futter ist bei PSSM 1 im Gegensatz zu PSSM 2 nicht zwingend erforderlich, eine hohe Eiweißqualität unterstützt aber auch bei diesen Pferden die Muskulatur.
Je nach Energiebedarf kommt bei PSSM 1, aber auch EMS und Cushing (PPID) entweder Faser-Light (wenig Energie) oder Vito, MyoCare-Müsli, bzw. Getreidefrei-Mix (viel Energie) aus dem marstall-Sortiment in Frage.

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Was ist mit Training?

Neben der optimalen Futterzusammensetzung spielen auch Haltung und Bewegung eine wichtige Rolle. Das Umfeld und vor allem der Weidegang sollten möglichst ohne Stress ablaufen. Regelmäßige, aber leichte Bewegung ist für die Pferde wichtig. Boxenruhe dagegen wäre kontraproduktiv für die sensible Muskulatur.

Begriffsdefinitionen:

PSSM ist die Abkürzung für Polysaccharid-Speicher-Myopathie oder englisch PolySaccharid-Storage-Myopathie und bezeichnet eine Glycogen-Speicherstörung. Es wird unterteilt in PSSM 1 und PSSM 2, wobei die Bezeichnung eigentlich nur auf PSSM 1 wirklich zutrifft.

PSSM 1ist seit etwa 15 Jahren wissenschaftlich erforscht und bezeichnet eine erblich bedingte PolySaccharid-Speicher-Myopathie, bedingt durch die Mutation des GYS1-Gens. Betroffene Pferde benötigen getreidefreie und zuckerarme Rationen, damit sie leistungsfähig bleiben.

PSSM 2 ist ein Sammelbegriff für verschiedene neuromuskuläre Erkrankungen, die ähnliche Symptome haben, aber nicht den typischen GYS1-Gendefekt von PSSM 1 aufweisen. Die Pferde profitieren von Zulagen an dünndarmverdaulichem Eiweiß mit vielen essenziellen Aminosäuren.

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