Glossar

Polysaccharid-Speicher-Myopathie

Bei der erblich bedingten PSSM, also Polysaccharid-Speicher-Myopathie ist die Speicherung von Glykogen gestört (siehe auch Glykogen). Zudem vermutet man, dass die Nutzung von Glykogen im Muskel gestört ist.
PSSM vom Typ 1 ist nicht nur bei American Quarter Horses, sondern mittlerweile bei etwa 35 % aller Pferderassen nachgewiesen – vor allem bei muskulösen, ruhigen Pferdetypen wie Haflinger, Noriker etc.. Die Mutation des Glycogen Synthase Gens (GYS1) wurde erstmals bei Quarter Horses beschrieben und ist auch heute noch sehr praxisrelevant.

Bei betroffenen Pferden kommt es zur übermäßigen Speicherung von Glykogen und unnormal langen, komplexen Glycogenketten. Diese werden v.a. in den schnellen Typ II-Muskelfasern, also der „weißen Muskulatur“ gespeichert (weitere Infos: Fachartikel zu Muskeltypen). Glykogen verbleibt vermutlich im Muskel, der keine oder nur unvollständig Energie aus Glykogen gewinnen kann.

Während leichte Arbeit noch gut verträglich ist, führt stärkere Beanspruchung zu Muskelschäden und Symptomen wie Muskelschmerzen, Muskelkrämpfen, Steifheit, Müdigkeit oder völliger Leistungsverweigerung.

Solche Pferde benötigen unbedingt eine Diät, die sich so zusammenfassen lässt: „High fibre, low grain, high fat“. Also viel Heu, kein Getreide, wenig Zucker (auch aus Gras) und Energie möglichst über Fett. Pferde mit PSSM weisen eine vermehrte Insulinsensitivität auf und können Kohlenhydrate leichter und schneller in die Muskelzelle transportieren. Daher liegt das Hauptaugenmerk auf einer Reduktion des Kohlenhydratanteils im Futter. Eine gute Versorgung mit Vitamin E (1.000 bis 3.000 mg/Tag) und Selen (1,8 mg/Tag, doch Vorsicht: nicht überdosieren) ist auch zu empfehlen. Wichtig zusätzlich zur Diät ist eine regelmäßige, leichte Bewegung (Weidegang ohne Stress, nicht zu reichhaltiges Gras) und möglichst keine Boxenruhe.

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